Präzision eröffnete unerwartete Möglichkeiten

Schwenkbiegemaschine MAK4 Evolution UD bei Staka Metallics B.V.

Anwender

Staka entwickelt und produziert hochwertige Schaltschränke und Flachdachausstiege aus Edelstahl. Ein 2024 gestartetes umfassendes Programm sollte die Effizienz, Qualität und Liefertreue erhöhen und dem Unternehmen aus Oosterhout in Noord-Brabant ein gesundes Wachstum bescheren. Eine wichtige Rolle spielt dabei die präzise Schwenkbiegemaschinen MAK4 Evolution 3200 x 6 UD, von ihren Bedienern liebevoll „Heidi“ getauft. (https://staka-schakelkasten.nl/)

Staka Schaltschränke und Flachdachausstiege bestehen aus hochwertigem rostfreiem Edelstahl und sind je nach Anforderung mit verschiedenen Beschichtungen erhältlich. Sie widerstehen extremen Witterungsbedingungen und bieten langfristigen Schutz vor Korrosion, Vandalismus und Verschleiß. Mit einer Lebensdauer von rund 20 Jahren sind sie eine nachhaltige Lösung für verschiedenste Anwendungen. Als der vormalige Produktionsleiter Richard van Vorstenbosch 2024 zum COO aufstieg und damit in die Unternehmensleitung wechselte, sah er sich mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert: „Um ehrlich zu sein, waren die Produktionsergebnisse damals sehr uneinheitlich. Dies deutete auf eine unzureichende Beherrschbarkeit der Prozesse hin, und wenn man genau hinschaute, sah man eine „versteckte Fabrik”, in der Waren gegen den Strom zu einem vorherigen Schritt zurückgeführt wurden. Meine Schlussfolgerung war, dass wir diese Fabrik schließen müssen! Die Zeit war reif, in verschiedenen Bereichen anders zu arbeiten. Vom Einkauf über den Einsatz unserer Mitarbeitenden und die Prozesse bis hin zum Maschinenpark.“

Ziel: Auf Anhieb richtig

Dass immer wieder nachgebessert werden musste, um die gewünschte Qualität zu erreichen, wirkte sich auch negativ auf die Liefertermintreue aus – ein für beide Produktsparten überaus wichtiger Aspekt: Kunden wollen ihre individuell über die Homepage von Staka konfigurierten Schaltschränke just-in-time geliefert bekommen, und bei Dachausstiegsluken ist die Endmontage sogar von der Wettervorhersage und der Verfügbarkeit eines Krans abhängig. Einer der Gründe für die Qualitätsschwankungen: Die Schwenkbiegemaschine im Betrieb war nach jahrelangem Einsatz an der Leistungsgrenze am Ende. Zur Erneuerung des Maschinenparks sagt van Vorstenbosch: „Als Vorstandsmitglied habe ich verschiedene Lieferanten besucht und jeweils einen Bediener und einen Arbeitsvorbereiter zu den Gesprächen mitgenommen. Der Bediener muss davon überzeugt sein, dass es sich um eine gute Maschine handelt, und der Arbeitsvorbereiter kann beurteilen, ob die Maschine für uns gut programmierbar ist. Wenn einer der beiden „nein“ sagt, wird der Kauf nicht getätigt.“

Auf nach Bayern

Zwei Hersteller von Blechumformungsmaschinen standen zur Auswahl. Als das Team das Werk von Hans Schröder Maschinenbau im oberbayerischen Wessobrunn-Forst besuchte, kristallisierte sich bereits eine Präferenz für die industrielle Schwenkbiegemaschine MAK4 Evolution heraus. Um die Alltagstauglichkeit der Schröder-Maschine zu testen, reisten alle Mitarbeiter, die mit ihr arbeiten sollten, an und produzierten Staka-typische Teile. Die Blechexperten waren angetan von der einfachen Programmierbarkeit der Schröder-eigenen Steuerung und der Bedienung der Maschine. Zwei Eigenschaften sprachen unmittelbar für die MAK4 Evolution: 800 mm Freiraum im Gegensatz zu 500 mm bei der Wettbewerbermaschine und die Kraftreserve. Die größten Bleche, die Staka verarbeitet, messen 3000 x 150 mm, die Stärke variiert zwischen 2 und 3 mm. Dass die MAK4 Evolution in der Version mit 3200 mm Breite problemlos 4 mm starke Edelstahlbleche abkantet, gibt Staka die Sicherheit, die Schwenkbiegemaschine auch im Dauerbetrieb nie zu überlasten.

Ein weiteres Argument war die bidirektionale Biegewange in Verbindung mit dem Saugplattenanschlag. Einmal angeschlagen, vollzieht die Maschine automatisch alle Kantungen und Gegenkantungen an einer Seite. Dass deshalb das Blech nicht zwischendurch manuell gewendet werden muss, ist ein nicht zu unterschätzender ergonomischer Pluspunkt. Eine weitere Ausstattungsoption wurde gewählt, als die Entscheidung für die Maschine fiel: der vollautomatische Werkzeugwechsler mit zwei asynchron verfahrbaren Greifeinheiten. Dieser stellt nicht nur eine ergonomische Erleichterung für die Bediener da, sondern beschleunigt Rüstvorgänge. Staka setzt „Heidi“, wie die Maschine wegen ihrer alpennahen Herkunft getauft wurde, im Zweischichtbetrieb ein und kommt dabei auf 13 bis 14 Stunden reine Produktionszeit pro Tag.

Auf Erfolgskurs

Ende 2022 hatte die niederländische Investment-/Private-Equity-Gesellschaft OxGreenfield Anteile an Staka gekauft und sich in der Folge mit ihrer Erfahrung in der strategischen Managementberatung eingebracht. Die eingangs erwähnten Optimierungsansätze waren sehr vielfältig und betrafen beispielsweise auch die Motivation und Fortbildung der 67 Mitarbeitenden, von denen 55 in der Produktion arbeiten. „Wir wollen, dass jeder bei Staka voller Energie ist und Perspektiven hat. Wir haben Flexibilität im Produktionsprozess erreicht, indem wir die Mitarbeiter breiter einsetzbar gemacht haben. Wenn jemand normalerweise nie schweißt, aber gerne Schweißer werden möchte, dann fördern wir die flexible Einsetzbarkeit auch finanziell und bieten eine Ausbildung an. Das gibt dieser Person Energie, die Arbeit wird abwechslungsreicher und sorgt dafür, dass jemand breiter einsetzbar ist“, erläutert van Vorstenbosch. Ziel ist es, dass jeder Mitarbeiter an drei Stationen eingesetzt werden kann.

Staka führte Lean-Production-Prinzipien ein, und als die Schröder-Schwenkbiegemaschine im März 2025 geliefert wurde bekam sie ihren Platz im überarbeiteten Fabriklayout als eine der Stationen zwischen Laserschneiden, Schweißen, Montage und Pulverbeschichtung. Der Staka-COO fasst die Transformation zusammen: „Wir haben unsere Prioritäten gewählt: Sicherheit, guter Personaleinsatz, Qualität, Lieferzeit und erst dann kommen die Kosten. Früher schauten wir nur auf den Umsatz, heute auf Qualität, Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit. Und das zahlt sich aus: In der Fertigung geht es ruhig und entspannt zu, wir haben keine Bottlenecks und wir machen mit derselben Anzahl Leute zehn Prozent mehr Umsatz.“

Präzision führte zu neuem Angebot

Verbesserungen soll es auch bei den Produkten geben. So engagiert sich Staka bei der Forschung und Entwicklung neuer Beschichtungen auf Basis natürlicher Harze und mit geringeren Aushärtungstemperaturen. Bei der Verbesserung der Schaltschränke hatte die Genauigkeit der MAK4 Evolution einen wesentlichen Anteil. Toleranzen von ± 0,5 mm ermöglichen bessere Passungen und damit bessere Schweißnähte. Die verbesserte Qualität der Schränke eröffnete ein neues Geschäftsfeld: einbruchsichere Gehäuse. Die Widerstandsklasse WK4 nach DIN 18106:2003-09 wurde getestet, und zwar, weil es sich um einen militärischen Kunden handelte, durch die niederländische Militärpolizei. WK4 bedeutet, dass der Schaltschrank Einbruchversuchen mit Stemmeisen, Hammer und Meißel oder einer Akku-Bohrmaschine zehn Minuten standhält. „Zu unserer Überraschung erfüllten wir die Norm auf Anhieb und hatten damit einen neuen Geschäftsbereich“, erinnert sich van Vorstenbosch.

Eingesetzte Maschine

MAK4 Evolution UD
  • Schwenkbiegemaschine bis zu 6 mm Blechstärke (400 N/mm²)
  • 3240 mm Arbeitslänge
  • Oberwangenhub 1090 mm
  • Grafiksteuerung POS 3000 3D
  • Werkzeugwechselportal mit hydraulischer Werkzeugklemmung
  • Up-and-Down Biegewange

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Metaalnieuws online 2026