Mühelos zur Fahrradgarage

Schwenkbiegemaschine MAK4 Evolution UD bei Ziegler Metallbearbeitung GmbH

Anwender

Im Rahmen strategischer Überlegungen zur Erweiterung des Maschinenparks erkannte die ZIEGLER Metallbearbeitung GmbH den Bedarf an einer Schwenkbiegemaschine. Die Wahl fiel auf die MAK 4 Evolution UD der Schröder Group. Auch eineinhalb Jahre nach der Anschaffung erschließt die Maschine immer noch zusätzliches Potenzial.

Die ZIEGLER Metallbearbeitung GmbH entwickelt, fertigt und montiert Stahlleichtbaukonstruktionen. Unter den Anbietern für Stadtmöblierung zählt das 1993 gegründete Unternehmen wohl zu den vielseitigsten. Fahrradüberdachungen und Wartehallen, Sitzbänke und Bank-Tisch-Kombinationen, Abfallbehälter, Fahrradständer, Anschließbügel und vieles mehr – Städte- sowie Landschaftsplaner, Architekten und Verantwortliche aus Verwaltung, Gewerbe und Industrie finden hier nicht nur ein breites Standardsortiment, sondern auf Wunsch auch individuelle Komplettlösungen aus einer Hand. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 250 Mitarbeiter. Der Hauptsitz mit Geschäftsführung befindet sich in Weissach-Flacht bei Stuttgart, der Produktions-, Verwaltungs- und Logistikstandort in Nebelschütz bei Dresden. ZIEGLER unterhält ein deutschlandweites Vertriebsnetz, hat eine österreichische Tochterfirma, ist europaweit mit Kooperationspartnern vertreten und gehört seit 2020 zur holländischen CROWD-Firmengruppe.

Mehr Dünnblechbearbeitung, mehr Effizienz

Wo liegen Wachstumsmöglichkeiten? Angesichts des Booms bei den E-Bikes ist mit einer steigenden Nachfrage nach Fahrradgaragen zu rechnen. Um unter anderem hiervon größere Stückzahlen fertigen zu können, sollte bei ZIEGLER die Dünnblechbearbeitung gezielt ausgebaut werden. Eine Laserschneidanlage sowie moderne Beschichtungsmöglichkeiten wurden in den letzten Jahren bereits ergänzt. Da jedoch die Bearbeitung großer Bleche, zum Beispiel drei Meter langer Wandelemente, auf Gesenkbiegemaschinen personalintensiv, zeitaufwendig und fehleranfällig ist, war der Einstieg ins Schwenkbiegen der nächste logische Schritt.

Mit einem Pflichtenheft und CAD-Daten von Bauteilen kontaktierte ZIEGLER eine Reihe von Herstellern. Die Angebote wurden evaluiert, die drei überzeugendsten Anbieter besichtigt. „Bei Investitionen in neue Maschinen beziehen wir stets unsere Werker in die Entscheidung mit ein – sie wissen genau, worauf es in der Praxis ankommt, weil sie täglich mit der Technik arbeiten“, erklärt Produktionsleiter René Handrik. Eine Delegation von ZIEGLER reiste mit zugeschnittenen Blechen im Gepäck auch zur Hans Schröder Maschinenbau GmbH im bayerischen Wessobrunn-Forst. Der Hersteller von Blechbearbeitungsmaschinen hatte aufgrund der Anforderungen die Schwenkbiegemaschine MAK 4 Evolution UD empfohlen. Die sächsischen Stahlbauer testeten die Maschine und waren begeistert. Die Up-and-Down Biegewange erspart das Wenden von Blechen für Gegenkantungen, der Saugplattenanschlag ermöglicht die automatische Durchführung aller Büge an einer Seite nach einmaligem Anschlag.

Passend zu den Anforderungen

Nach intensiven Tests mit typischen Werkstücken fiel die Entscheidung auf die MAK 4 Evolution UD Typ 4000×5,0. Diese kann auf einer Nutzlänge von 4040 mm bis zu 5 mm starke Stahlbleche biegen. Mit einem Oberwangenhub von 1090 mm bietet sie zudem großzügigen Arbeitsraum – ein weiteres entscheidendes Kriterium. Eine zentrale Anforderung wurde durch die In-House-Entwicklung von Schröder, die NC-Steuerung POS 3000 erfüllt. „Wir arbeiten mit Solid Works. Die Maschinensteuerung musste daher unsere Konstruktionsdaten nahtlos übernehmen können“, erklärt Fabian Koreng, Teamleiter Arbeitsvorbereitung im ZIEGLER-Werk Nebelschütz. „Die POS 3000 3-D-Grafik-Steuerung von Schröder erfüllt nicht nur unsere Ansprüche hinsichtlich der Datenverarbeitung, sondern verschafft dem Maschinenbediener mit der 3-D-Darstellung der Werkzeuge und des Blechs einen hervorragenden Überblick und gute Orientierung im Prozess – gerade bei komplexeren Werkstücken.“  Das Touchdisplay der Steuerung ist an einem schwenkbaren Panel montiert, damit man es sich herholen kann, wenn man kurze Schenkel von der Vorderseite der Maschine her abkantet.

Stationen rüsten

Der Schwenkarm mit der Steuerung hat sich bei vielen Anwendern bewährt, doch die Metallbauer von ZIELGER bevorzugten eine andere Lösung. Eine der Anforderungen war das Stationskanten; die Einrichtung von zwei nebeneinanderliegenden Biegestationen wird von der Schröder-Steuerung ebenfalls sehr gut unterstützt. „Der Bildschirm zeigt an, welche Werkzeuge für jede Station benötigt werden und wo der jeweilige Nullpunkt liegt. Dies erleichtert das Rüsten erheblich“, sagt Wagner, Teamleiter Stahlbau. Daher wurde die Maschine mit zwei Monitoren als Sonderausstattung bestellt. Auch beim Thema Werkzeugwechsler fiel eine bewusste Entscheidung: „Der automatische Werkzeugwechsler für die MAK 4 Evolution ist beeindruckend“, räumt René Handrik ein, aber er und seine Kollegen entschieden sich gegen diese Option. „Ein automatischer Werkzeugwechsler empfiehlt sich beispielsweise für Lohnfertiger, die viele Einzelstücke und kleine Lose produzieren. Da wir aber wussten, dass wir überwiegend Serien mit 50 bis 100 Stück auf der Schwenkbiegemaschine fertigen würden, kommen wir gut ohne diese Ausstattungsoption zurecht. Tatsächlich lassen sich die Werkzeuge auch so zügig wechseln und man hat noch mehr Biegefreiheit.“

Ein Lernprozess

Die im November 2023 gelieferte MAK 4 Evolution UD wird seither vor allem wie geplant für große und sperrige Teile verwendet, die nur auf der Schwenkbiegemaschine von einer Person bearbeitet werden können. Außerdem kommen auch alle Teile mit Gegenkantungen auf die Maschine mit der bidirektionalen Biegewange. Einen klaren Vorteil hat die Maschine zudem bei elektrolytisch verzinkten Blechen, weil das Schwenkbiegen schonender ist und sich Kratzer vermeiden lassen. Für den Teamleiter Stahlbau ist klar, dass der Lernprozess noch nicht abgeschlossen ist. Daniel Wagner erklärt: „Die Maschine läuft aktuell nur in einer von zwei Schichten – hauptsächlich für große Bleche zwischen ein und drei Millimeter. Doch das Anwendungsspektrum wächst stetig. Unsere Kollegen bringen laufend neue Ideen ein, welche Bauteile sich ebenfalls mit der Maschine fertigen lassen.“ Sowohl die Auswahl der Bauteile für die Schwenkbiegemaschine als auch der Materialfluss von der Laserschneidanlage zum Biegen und die Handhabung der fertigen Werkstücke werden noch weiter optimiert. Derzeit wird aus Gründen der Ergonomie viel mit Hubtischen mit Rädern gearbeitet.

Wachstums- und Technikpotenzial

Mit der MAK 4 Evolution UD verfügt ZIEGLER über ausreichende Kapazitäten für weiteres Wachstum in der Blechbearbeitung. Doch die Funktionalität eröffnet auch neue Möglichkeiten der Fertigung und damit des Produktdesigns. „Die Maschinensteuerung ermöglicht mit dem Step-Radius-Biegen ein Rundbiegen der Oberwange gegen die Unterwange und schräg gestellte Biegewange – in beliebig kleinen Schritten. Das ist eine hohe Kunst und sehr materialabhängig, aber die Ergebnisse sind verblüffend“, freut sich Produktionsleiter Handrik. Nicht nur mit der Maschine ist er sehr zufrieden, sondern auch mit dem Service der Schröder Group: „Der Service ist 1a. Bereits in der Anfangsphase suchten die Schröder-Mitarbeiter von sich aus den Kontakt, um zu prüfen, ob alles passt. Bei bislang lediglich drei Servicefällen erfolgte die Hilfe prompt – und jedes Mal wurde der Besuch auch gleich zu einer spontanen Schulung, die unser Wissen rund ums Schwenkbiegen vertiefte.“

Eingesetzte Maschine

MAK4 Evolution UD
  • Schwenkbiegemaschine bis zu 6 mm Blechstärke (400 N/mm²)
  • 3240 mm Arbeitslänge
  • Oberwangenhub 1090 mm
  • Biegewangenverstellung 180 mm
  • Grafiksteuerung POS 3000 3D
  • Up-and-Down Biegewange

Veröffentlicht in:
BLECH 04/2025